Aluminiumschweißen mit Erik
Diese 7 Tipps machen Dich zum Helden!

Aluminiumschweißen mit Erik – Diese 7 Tipps machen Dich zum Schweisshelden

Der Motor Deiner Simson oder Deines Rasenmähers ist kaputtgegangen? Das beschädigte Teil kannst Du nicht nachkaufen, weil es nicht mehr hergestellt wird? Bevor Du jetzt verzweifelt denkst, das war‘s und das Gerät könne nur noch eingestampft werden, hier die beruhigende Nachricht: Das Ganze lässt sich reparieren - und das Zauberwort nennt sich „Aluminiumschweißen“.

Erik, auch bekannt als „Alulöffel“, zeigt Dir in der neuen Staffel unserer YouTube-Serie, was Du beim Alu- und Reparaturschweißen beachten musst, damit auch Du zu einem echten Schweißhelden wirst.
Was gilt es beim Aluminiumschweißen zu beachten? Wie bereitet man sich vor und welches Material ist am besten geeignet? Was ist die beste Herangehensweise beim Aluminiumschweißen? Wir haben hier die hilfreichsten Tipps und Tricks von Erik für Dich zusammengetragen:

1. Vorbereitung ist die halbe Miete

Du solltest also nicht sofort mit dem Schweißen anfangen, sondern Dich erst einmal gut vorbereiten. Leg Dir alles zurecht, was Du brauchen wirst und vor allem: Reinige das zu schweißende Teil zunächst gründlich.
Dafür kannst Du das Material beispielsweise mit einem Heißluftföhn erwärmen, um Farbe und Schmutz zu entfernen. Zur Reinigung kannst Du eine Edelstahldrahtbürste verwenden.
Zur Vorreinigung kann Material aber auch mit Edelstahlkugeln gestrahlt werden, damit sich die Oberfläche schön verdichtet. Erik verfolgt diesen Ansatz zum Beispiel in der Folge „Simson Motorgehäuse aufschweißen“.
Greife nun im letzten Schritt zu Aceton und säubere den zu schweißenden Bereich noch einmal ordentlich mit einem einfachen Lappen nach.
Warum Aceton? Das erfährst Du im nächsten Tipp.

Eine gründliche Reinigung gehört zur guten Vorbereitung

2. So vermeidest Du, dass es brennt

Beim Schweißen könnte es anfangen zu brennen, soll es aber nicht.
Um das zu vermeiden, solltest Du beim Reinigen auf jeden Fall Aceton verwenden und keine Verdünnung. Aceton verdunstet schnell, eine Verdünnung könnte sich hingegen in kleinen Poren des Materials ansammeln. Dadurch kann sich die Brandgefahr beim Schweißen erhöhen. Nimm also Aceton, dann bist Du auf der sicheren Seite.
Für ein gutes Endergebnis solltest Du auch den Schmutz, der während des Schweißens doch noch aus dem Material herauskommen kann, nicht ignorieren.
Leg Dir also eine Edelstahlbürste griffbereit, unterbrich den Schweißvorgang, wenn Du Schmutz siehst und beseitige diesen mithilfe der Edelstahldrahtbürste aus der Schweißstelle.

Erik reinigt die Schweißstelle zwischendurch mit der Edelstahldrahtbürste

3. Denke an ein gutes Handling

Für das Schweißen selbst gilt es, Dir das Handling so angenehm wie möglich zu gestalten und zügig arbeiten zu können.
Leg Dir deshalb für ein besseres Handling das Schlauchpaket des Schweißbrenners auf den Schoß. Insbesondere dann, wenn zusätzlich eine Wasserkühlung enthalten ist, ist das Ganze nämlich durchaus etwas schwerer. So hast Du während des Schweißens nicht das Gewicht des Schlauches auf Deinem Handgelenk liegen und der Brenner ist leichter zu bedienen.
Für ein zügiges Arbeiten ist außerdem die richtige Materialdicke entscheidend.
Insbesondere bei Reparaturschweißungen – wie wir in dieser Staffel einige sehen – muss beim Schweißen viel Material aufgetragen werden. Für das Heften empfehlen wir daher, einen nicht zu dünnen Aluminiumdraht zu verwenden. Auch Erik verwendet lieber einen etwas dickeren Draht (z.B. 3,2mm ALSI 5), wie in der Folge „Simson Motordeckel Reparaturschweißung“ zu sehen ist. So funktioniert das Schweißen schneller und einfacher.

Arbeite mit dem passenden Zusatzwerkstoff

4. So kannst Du zügig Schweißen

Nun weißt Du bereits, wie Du das Schlauchpaket und die Materialdicke handhaben kannst, damit beim Schweißen alles gut funktioniert. Aber natürlich kannst Du noch mehr im Hinterkopf behalten, um schnell zum gewünschten Ergebnis zu kommen.
Wenn beim zu reparierenden Teil beispielsweise etwas weggebrochen ist, dann arbeite Dich von der niedrigsten Stelle bis nach oben. So kannst Du das Material schön gleichmäßig aufbauen.
Und weil „zügig und gleichmäßig“ beim Schweißen genau das ist, was wir wollen, hier noch ein weiterer Tipp: Sei nicht zu zaghaft, sondern drücke den Aluminiumdraht beim Schweißen ruhig richtig in das Schmelzbad rein. Du wirst sehen, wie gut Dir die Schweißarbeit dann von der Hand geht.
Denke außerdem daran, dass nach dem Schweißen noch das Schleifen ansteht. Spare daher nicht am Material, sondern schweiße immer etwas mehr auf. So hast Du später beim Wegschleifen einen guten Puffer und alles bleibt schön stabil.
Apropos Stabilität: Wenn Du außerdem die Möglichkeit hast, etwas sowohl von der Vorder- als auch von der Rückseite zu verschweißen, dann nutze diese Möglichkeit. Erik weist darauf in der Folge „Reparatur-Schweißung am Rasenmäher“ hin. Er verschweißt den Deckel in dieser Folge von beiden Seiten, wodurch das Ganze wieder 100% dicht und stabil werden kann. Lass Dir solch eine Gelegenheit also auch nicht entgehen, wenn Du sauber arbeiten willst.

Erik hat den Deckel auch von Innen verschweißt

5. Auf die Düsengröße kommt es an

Wie Erik in der Folge „Lüfterrad vom Simson Gebläsemotor aufschweißen“ erklärt, gibt es für Brenner unterschiedlich große Düsen.
In diesem Fall ist es zwischen den Lamellen des Lüfterrads recht eng. Wir empfehlen Dir in solchen Fällen, eine kleinere Düse zu verwenden, damit Du beim Schweißen eine bessere Bewegungsfreiheit hast. Die richtige Düsengröße hilft Dir dabei, den Zusatzwerkstoff gut dazugeben und das Schmelzbad sehen zu können. So kannst Du auch in engen Bereichen das Material aufbauen.
Vergiss allerdings nicht, dann auch die Gasmenge zu erhöhen. Das liegt daran, das durch die kleinere Öffnung der Düse natürlich auch weniger Gas hindurchströmt. Du könntest sie beispielsweise wie Erik von 8 auf 10 Liter/Minute erhöhen.
Merke Dir also: Nutze für den Zugang zu engen Schweißarbeiten eine kleine Düse.

Nimm eine kleinere Düse, wenn Du weniger Platz hast

6. Die richtige Stromstärke wählen

Beim Schweißen ist es wichtig, die passende Stromstärke zu wählen. Je nachdem, wie dünn oder dick das zu schweißende Teil ist, sollte auch die Stromstärke höher oder niedriger sein.
Es ist aber auch kein Problem, erst einmal mit einer gewissen Ampere-Anzahl zu starten und dann während des Schweißvorgangs die Stärke zu regulieren. Wenn Du beispielsweise feststellst, dass das Werkstück zu warm wird und die Naht anfängt, etwas einzufallen, dann reguliere die Stromstärke um 20 bis 30 Ampere herunter, bevor es mit dem Schweißen weitergeht.
Wenn Du allerdings von vornherein feststellen kannst, dass die Blechstärke sehr gering ist, dann stell den Startstrom von Anfang an niedriger ein.
Erik stellt das Schweißgerät in der Folge „DKW Getriebedeckel aufschweißen“ beispielsweise auf 160 Ampere ein. Außerdem verwendet er für die WIG-Nadel eine passende Wolframelektrode und arbeitet mit einem Gasdurchfluss von 8 Liter/Minute.
Erik musste in unserem Video die Ampere-Anzahl nicht regulieren und konnte die eingestellten Ampere während des gesamten Schweißprozesses beibehalten.

Wähle beim Schweißen die passende Stromstärke

7. Zum Schluss die Nachbearbeitung

Der letzte und nicht weniger wichtige Schritt beim Schweißen ist die Nachbearbeitung. Es ist wichtig, dass Du den nötigen Schliff in das Material reinbringst, damit der reparierte Bereich wieder mehr der Originaloptik entspricht. Das Gute bei Aluminium: Es ist relativ weich, wodurch es sich zügig wegschleifen lässt.
Achte beim Schleifprozess darauf, dass wirklich alle Schweißstellen abgeschliffen werden. Da die Schweißnaht beim Aluminiumschweißen den nötigen Halt erzeugt, sollte sie jedoch nicht komplett verschliffen werden. In der Folge „Simson Motorseitendeckel reparieren“ siehst Du, wie Erik die Schweißnaht abschleift.
Sei es Handfeile, Polierscheibe, Winkelschleifer, etc. – für die Nachbearbeitung stehen Dir verschiedene Optionen zur Verfügung. Wähle die für Dich passende Variante, mit der Du beim Schleifen das reparierte Teil am besten in seine Originalform zurückbringen kannst.
Zum Schluss hast Du noch die Möglichkeit, ein Hitzeschutzspray zu verwenden. Bei dem Getriebedeckel hat Erik dies beispielsweise verwendet.
Et voilà, schon fällt überhaupt nicht mehr auf, dass überhaupt etwas repariert werden musste.

Die Nachbearbeitung ist der letzte Schritt

Wie Du siehst heißt die neue Devise dank dem Aluminiumschweißverfahren: „Reparieren und nicht wegschmeißen!“. Wir hoffen, die Tipps und Tricks von Erik „Alulöffel“ und uns helfen Dir bei Deinen eigenen Schweißarbeiten mit Aluminium weiter. Schaue für weitere Infos einfach bei der aktuellen Staffel von „Schweisshelden“ vorbei und hinterlass uns dort gerne einen Kommentar.

Zusatz: Welches Equipment nutzt Erik eigentlich so?

Falls Du auch so gut ausgestattet sein willst wie Erik, findest Du hier eine Übersicht über das in dieser Staffel verwendete Equipment:

 
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