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Was ist E-Hand Schweißen / Lichtbogenhandschweißen?

Beschreibung des Verfahrens

Das Lichtbogenhandschweißen gehört zu den Metall-Lichtbogenverfahren. Kennzeichnend ist, dass ein Lichtbogen zwischen einer manuell geführten Stabelektrode und dem Werkstück brennt. Die Stabelektrode ist mit einer Umhüllung versehen und schmilzt während des Schweißprozesses ab. Somit ist sie gleichzeitig Elektrode und Zusatzwerkstoff. Die Umhüllung setzt während des Schweißprozesses Gase und Schlacke frei, die sich schützend über das Schmelzbad legen. Auch der Lichtbogen und die Elektrode selbst werden gegenüber atmosphärischen Einflüssen abgeschirmt. Die kleinste Blechdicke liegt bei ca. 1,5 mm, während eine Dickenbegrenzung nach oben nicht besteht, in der Praxis jedoch bei etwa 100 mm liegt. Bei größeren Wandstärken wird mit der Mehrlagentechnik gearbeitet. Die durchschnittliche Abschmelzleistung liegt bei ca. 3kg/h

Vorteile des Verfahrens

  1. gute Schutzwirkung des Schmelzbades ohne besondere Maßnahmen erreichbar (Schweißen im Freien möglich)
  2. Es gibt fast keinen Werkstoff, für den keine Stabelektroden erhältlich sind. (alle schweißgeeigneten Stahlwerkstoffe, Stahlguss, Nickel- und Nickelbasislegierungen sowie Kupfer- und Aluminiumwerkstoffe; bedingte Eignung für Gusseisen.)
  3. Das Verfahren ist je nach Elektrodentyp in alle Schweißpositionen einsetzbar (Gute Zwangslageneignung.)
Darstellung E-Hand Schweißen
Schematische Darstellung vom Lichtbogenhandschweißen

Welches Gas wird beim E-Hand Schweißen benötigt?

Ein Schutzgas wird beim E-Hand Schweißen bzw. Lichtbogenschweißen nicht benötigt. Die Umhüllung der Stabelektrode setzt während des Schweißens Gase und Schlacken frei, welche das Schweißbad vor Oxidation schützen.

Benötigtes Equipment

Wie bringt ihr Euch das Elektrodenschweissen selbst bei?

Mit etwas Übung und einer guten Ausrüstung könnt ihr euch das Elektrodenschweißen selbst beibringen. Falls ihr es noch nicht wusstet: Beim Elektrodenschweißen brennt ein elektrischer Lichtbogen zwischen dem Werkstück und der Elektrode, so dass Letztere zugleich Stromleiter und abschmelzender Schweißzusatzstoff ist.

Bevor es losgeht, benötigt ihr unbedingt eine geeignete Ausrüstung:

  • Eine Sicherheitsausrüstung, z.B.: Baumwoll-Jacke, Lederschürze, festes Schuhwerk, Handschuhe mit Stulpen und eine Schweißerbrille.
  • Schweißgerät
  • Stabelektroden (z.B. RC3, RR12 Typen)
  • Werkzeug zum Entfernen der Schlacke
  • Werkstück, das ihr für eure Schweißübung nutzt

Denkt unbedingt daran, dass ihr den E-Halter eures Schweißgeräts auf den Minuspol legt. Die Masse wird auf Pluspol gestellt. Findet einen sicheren Stand und setzt die Elektrode in einem Winkel von 75° zum Metallstück an. Wenn ihr die Elektrode kurz auf das Werkstück tippt und sie sofort wieder abhebt, entsteht ein Kurzschluss, der den Lichtbogen zündet. Anfänger schweißen am besten eine Raupe. Wie diese im Idealfall aussieht, zeigt euch unser Schweißexperte Hartmut Rhein in der Heldenlektion 1. Darin verrät er euch auch, wie ihr den Schweißstrombereich korrekt einstellt. Reinklicken lohnt sich also!

Viel Spaß mit unserer 1. Heldenlektion zum Thema Elektrodenschweißen wünschen euch eure Schweisshelden.

Schweißstromstärke Faustformel

Stromstärke in A = 30 ... 50 x Kernstabdurchmesser

Beispiel:
Für eine Stabelektrode mit einem Durchmesser von 4,0 mm ergibt sich ein Einstellbereich der Schweißstromstärke von 120 ... 200 A.

Einteilungskriterium für Stabelektroden
Einteilungskriterien für Stabelektroden

Klassifikation von Stabelektroden

Im Zusammenhang mit dem Elektrodenschweissen ist die Norm DIN EN ISO 2560-A „umhüllte Stabelektroden für unlegierte Stähle und Feinkornbaustähle“ relevant.

Hier ein Beispiel:

Klassifikation von Stabelektroden zum Schweißen von unlegierten Stählen und Feinkorbbaustählen
Klassifikation von Stabelektroden zum Schweißen von unlegierten Stählen und Feinkorbbaustählen
 


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